SPD im Landkreis Landshut nominiert Ruth Müller zur Landratskandidatin

Kommunalpolitik

Große Geschlossenheit bei der SPD im Landkreis Landshut bei der Aufstellung der Kreistagsliste in Frauensattling

Die SPD im Landkreis Landshut hat am Samstag im Landgasthof Maier ihre Kreiskonferenz abgehalten und dabei die Liste mit 70 Kandidierenden für die Kreistagswahl 2026 aufgestellt. Rund 100 Delegierte, Kandidierende und Vorstandsmitglieder waren vor Ort und nominierten die Landtagsabgeordnete Ruth Müller zur Landratskandidatin.

Zu Beginn würdigte der stellvertretende Landrat Sebastian Hutzenthaler die Arbeit der SPD im Kreistag und zog eine nachdenklich-realistische Bilanz seiner sechsjährigen Amtszeit:
„Ich hatte die große Ehre, dieses Amt für die SPD auszuüben und den Landkreis noch besser kennenzulernen. Aber wir stehen vor schwierigen Jahren“, so Hutzenthaler. Sinkende Einnahmen, gestiegene Kosten und die Folgen einer Legislatur, die von Corona und dem Krieg in der Ukraine geprägt war, stellten die Politik vor enorme Herausforderungen.

Die Vilsbiburger Bürgermeisterin Sibylle Entwistle betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der SPD für zentrale kommunale Entscheidungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich: „Wir haben wichtige Weichen gestellt, um unsere Schulstandorte weiterzuentwickeln und attraktiv zu erhalten – auch hier in Vilsbiburg mit der Sanierung und Neuplanung von Gymnasium und Realschule. Und im Gesundheitsbereich hat die SPD-Fraktion starke Impulse gesetzt: vom Hebammen-Studiengang über den Physician Assistant bis hin zum Medizincampus Niederbayern.“

Für die Nominierung von Ruth Müller sprach sich der Neufahrner Bürgermeister Peter Forstner aus. In seiner Begründung stellte er die langjährige kommunal- und landespolitische Erfahrung der Abgeordneten in den Mittelpunkt:
„Ruth Müller kennt den Landkreis wie ihre Handtasche. Aus Beruf, Ehrenamt und Politik bringt sie mit Abstand die meiste Erfahrung mit. Sie ist durch ihre Arbeit als Abgeordnete, als Kreisvorsitzende, als Kreisrätin und nicht zuletzt durch ihre Ehrenämter wie beispielsweise in der Landes- und Dekanatssynode mit Unternehmen, Verbänden, sozialen Einrichtungen, Schulen im gesamten Landkreis bestens vernetzt und bekannt. Sie hat die Kontakte auf allen Ebenen – bis hinein in die Bundespolitik -  die eine Landrätin braucht, um den Landkreis voran zu bringen“, so Forstner.

In ihrer Bewerbungsrede verband Müller ihre Vita mit einer klaren Zukunftsvision:
„Ich bringe 30 Jahre Berufserfahrung aus der Privatwirtschaft mit, fast 30 Jahre Kommunalpolitik und habe in 12 Jahren im Landtag Verantwortung in vielen Bereichen übernommen – von Gesundheits- über Landwirtschafts- bis Umweltpolitik.“
Ihr ehrenamtliches Engagement, das vor rund 40 Jahren beim BRK als Sanka-Fahrerin in Pfeffenhausen begann, ziehe sich wie ein roter Faden bis heute durch – etwa als Schirmherrin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes oder in verschiedenen kirchlichen Ämtern.

Inhaltlich setzte sie drei Schwerpunkte und begann – passend zu ihrer beruflichen Vita mit dem Bereich der Wirtschaftspolitik: Der Wandel der Automobilindustrie betrifft im Landkreis über 50.000 Beschäftigte. Müller kündigte an, eng mit Betrieben, Beschäftigten, Gewerkschaften und der Hochschule zusammenzuarbeiten, um Arbeitsplätze zu sichern und die Region als Technologiestandort zu stärken und zu einem Leuchtturm der Energiewende zu entwickeln.
Beim Thema Mobilität sprach sie sich für einen ÖPNV aus, „der nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern im Alltag der Menschen – auch im ländlichen Raum.“

Gesundheitsversorgung

Mit Blick auf die anstehende Krankenhausstrukturreform und die Fusion der Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Landshut betonte sie, dass Qualität, der Ausbau neuer Fachrichtungen und einer flächendeckenden wohnortnahe Versorgung für die Patienten im Mittelpunkt stehen müssen. „In den fast 30 Jahren als Kreisrätin habe ich viele Entwicklungen in unserer Gesundheitsversorgung mit gestalten können - vom Sechs-Bett-Zimmer in Niederhatzkofen bis zum Bau eines Hospizes in Vilsbiburg und dem Einsatz der Digitalisierung bei medizinischen Notfällen“. Gesundheitspolitik müsse man stets  „aus der Perspektive von Familien und Patientinnen denken – und nicht gewinnorientiert.

Bildung & Soziales

Im Bereich Bildung und Soziales hob Müller hervor, dass diese Themen Kernauftrag der Sozialdemokratie seien:
„Inklusion, Integration, bezahlbarer Wohnraum und der Schutz von Menschen in schwierigen Lebenslagen – das sind Aufgaben, die eine Kommune ernst nehmen muss.“
Wenn der Wind rauher werde, sei es Aufgabe verantwortungsvoller Politik, „dafür zu sorgen, dass Menschen, die Hilfe brauchen, keinen eisigen Wind ins Gesicht bekommen.“

Abschließend stellte sie ihre Vision für das neue Landratsamt vor, das sie zu einem „Haus der Demokratie“ weiterentwickeln möchte – offen, bürgernah und voller Leben und Begegnung auf Augenhöhe. Passend zur Initiative der Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die mit „Bavaria ruft“ für mehr Frauen in Führungspositionen in der Kommunalpolitik wirbt, stellte Müller fest: „Ich lasse mich nicht lange rufen – ich will die erste Landrätin des Landkreises Landshut werden!“ Mit dem klaren Fokus auf die Kommunalpolitik habe sie auch das Amt der Generalsekretärin der BayernSPD im September beendet. „Und auch wenn ich mich geehrt gefühlt habe, vor kurzem für das Amt der Vizepräsidentin des BRK Bayern angefragt worden zu sein, habe ich mich entschieden, hierfür nicht zur Verfügung zu stehen, um Zeit für das Amt der Landrätin zu haben“, erläuterte Müller.

Im Anschluss stellten sich die Kandidierenden vor. Mit 19 Jahren ist Simon Schanzer der jüngste Kandidat der Liste. Dass die erfahrenen Kommunalpolitiker Gerhard Babl und Franz Göbl bewusst die Plätze 69 und 70 übernahmen, sei für Müller „ein starkes Zeichen für Geschlossenheit und Teamgeist“.
„Wir haben Selbständige, Angestellte, Bürgermeisterkandidaten, Gewerkschafter, Azubis, Studierende, Handwerker, Lehrkräfte und Direktvermarkter*innen auf unserer Liste – eine Mischung, die den ganzen Landkreis abbildet.“

Die SPD-Kreistagsliste und die Nominierung von Ruth Müller wurden jeweils mit nur einer Gegenstimme bestätigt.

„Mit dieser Geschlossenheit, unserer vielfältigen Liste und einer klaren Vision starten wir mit großem Rückenwind in die Kommunalwahl 2026“, fasste Müller zusammen. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Zukunft des Landkreises gestalten und gewinnen – mit Erfahrung, Zuversicht und Kompetenz.

 

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